Dienstag, 21. Februar 2012

Neustart

müde stehe ich vor dem spiegel. ich gucke auf die uhr, 14:00 uhr. mein magen knurrt, ich gehe in die küche um mir etwas zu essen zu machen, die wohnung ist leer - wie immer. mal wieder nichts zu essen in der küche, also zurück in mein zimmer. ich lasse mich auf mein bett fallen und starre die wand an, eine weile. das klingeln meines handys reißt mich aus den gedanken "Leonie" steht unübersehbar auf dem display. "ja?" leonies helle stimme meldet sich gutgelaunt "hi mia, hier ist leo. wollt nochmal fragen ob das mit heute klar geht?", sie kichert, warum auch immer. sie ist von grund aus ein glücklicher mensch der immer lacht, es kann nerven aber auch sehr schön sein, "ja ich denke doch. wie spät nochmal?" ich bemühe mich keine patzigen antworten zu geben doch es gelingt mir einfach nicht, ich weiß nicht wieso aber seitdem meine eltern getrennt sind ist meine laune dauerschlecht "wir treffen uns um 8 mit den andern, aber ich komm voher zu dir damit wir uns schick machen können, gut?" eigentlich ist es nicht gut, ich habe keine lust feiern zu gehen aber leonie meinte es würde mir gut tun mal wieder unter leute zukommen, "ja gut." - "ok ich komm dann so gegen 5, ciao!" bevor ich etwas sagen kann, hat sie schon aufgelegt. leonie ist meine beste freundin seitdem ich vor 2 jahren die ihre klasse gewechselt habe. zwei jahre klingt zwar nicht lang aber troztdem wissen wir alles übereiander. ich schaue aus dem fenster, draußen läuft eine katze über die straße. es ist schon halb drei und ich will noch duschen bevor leonie kommt, ich gehe zum schrank nehme mir frische sachen raus und springe rasch unter die dusche als ich fertig bin ist es schon 4. ich habe schon bauchschmerzen vor hunger. auf dem weg zur küche bleib ich vor dem riesen spiegel in flur stehe und guck mich an. das graue tanktop das eigentlich für männer ist hängt kurz bis über den po meine beine sind blass. ich gucke mir ins gesicht. blass, irgendwie ründlich aber troztdem schmal und mit vielen ecken und kanten, meine mundwinkel zeigen nach unten. ich frage mich ob ich immer so böse gucke. ich lächele. das gefällt mir noch weniger als das böse gesicht. manchmal wünsche ich mir so auszusehen wie andere mädchen, die immer schön sind. egal ob sie lachen oder weinen. das knurren meines magens ist kaum zu überhören ich ziehe mir meine shorts und meine vans an, greife mir meinen schlüssel, meine tasche und verlasse die wohnung. es ist viel zu schwühl um sich zu bewegen. ich muss nicht lange laufen bis zum nächsten bäcker. ich hole mir 2 normale brötchen, mehr ist leider nicht drin, bin wie immer blank. ich esse sie schon auf dem weg zurück zu wohnung, es ist schon halb 5 das heißt leonie kommt gleich. zurück in der wohnung schmeiße ich mich aufs sofa und warte. es dauert nicht lange schon schällt die helle klingel durch die ganze wohnung, ich rase zur tür weil ich mich doch freue leonie wieder zu sehen als ich die tür aufmache steht leonie schwer beladen mit 2 riesen taschen da und strahlt wie ein honigkuchenpferd, ich gehe einen schritt zu seite noch während sie die taschen fallen lässt umarmt sie mich mit dem arm der noch frei ist: "hi erstmal! gut siehst du aus" tue ich nicht und das weiß sie auch, "willst du hier einziehen?" sage ich etwas ironisch, ich weiß nämlich genau das es alle potentielle outfits für den abend sind. wieder kichert sie mit ihrem typischen leonie kichern "nein, nein. wir wollen doch gut aussehen oder? und allein konnte ich mich nicht entscheiden was ich anziehe und in der andern tasche ist was zu trinken" sie nimmt die tasche mit den klamotten und geht in mein zimmer. "willst du dich jetzt schon fertig machen?", frage ich sie etwas verwundert es ist doch erst 5 - "ach, mal gucken. weißt du wer heute da ist?", ohne das ich auch nur drüber nachdenken kann, verät sie es mir "luca!" luca ist der junge auf den einfach jedes mädchen steht, naja nee, er steht auf jedes mädchen. das macht ihn für die meisten mädchen total atraktiv. er trägt enge hosen, meistens t-shirts mit weitem ausschnitt und seine haare sind dunkelblond und lockig, an den seiten abrasiert und oben lang. er ist musiker. das alles klingt nach einem traumtypen, aber nur er ist einfach..es ist luca, er ist eine schlampe. leonie rennt ihm schon seit monaten hinterher, nur aus irgendeinem grund interessiert er sich nicht für sie. obwohl leonie total schön ist und n super körper hat, aber desto weniger er interesse hat desto mehr will leonie ihn. "und heute krall ich ihn mir! das schwör ich dir!" ich werde nichts dagegen sagen, denn jeder versuch sie davon abzubringen ist sinnlos, zu oft versucht, zu oft deswegen streit gehabt. sie holt aus ihrer tasche eine kleine tupperdose "hier..weil ich weiß das du heute noch nichts gegessen hast." sie lächelt mich etwas bemitleident an. "danke..aber.." - "nein, nein kein aber. meine mama hats extra fertig gemacht für dich" ich hole mir eine gabel aus der küche und esse brav die nudeln mit käsesoße, es ist zwar kalt aber irre lecker. ich wünschte manchmal ich hätte eine familie wie leonie, eine die sich immer um einen kümmert, wo immer jemand zuhause ist und die zusammen hält egal was passiert. leonie steht vor dem schrank und hält sich ein schwarzes, total enges kleid an. "was meinst du?", sie dreht sich zu mir um "zu kurz" - "findest du? ich mags. hat irgendwie was." - "das hat gar nichts, das sieht nuttig aus leonie" sie beißt sich auf der lippe und wirft das kleid auf mein bett, "sag mal mia, wann kommt deine mutter eigentlich wieder?" - "weiß nicht, ich glaub morgen früh. die ist bestimmt bei ihrem neuen" - "kann ich dann hier pennen wenn ich nicht bei luca penne?" ich muss lachen, sie geht wirklich fest davon aus das es heute was wird, aber natürlich kann sie bei mir schlafen. der gedanke nicht allein in der wohnung zusein gefällt mir sogar richtig gut. leonie zieht mich am arm zu ihr hoch und drückt mir ein bier in die hand, es ist schon offen, ich muss wohl wieder in gedanken versunken gewesen sein, das ich nicht gemerkt habe das sie es aufgemacht und aus ihrer tasche geholt hat. "so, und jetzt haben wir mal wieder spaß" sagt sie und nimmt einen großen schluck, auch ich trinke, es ist so kalt das mir gänsehaut über den rücken läuft. ich probiere viele klamotten aus, auch von leonie aber es ist einfach nicht das passende also endscheide ich mich für ein top mit weitem achselausschnitt und hautengel schwarzen leggings und meinen heißgeliebten dunkelgrünen vans. leonie hat hingegen zu einer hautengen schwarzen shorts mit nieten gegriffen und einem tanktop das etwas zu groß ist aber troztdem figurbetont, es ist einfach zu warm um an eine jacke zu denken. leonie hat wunderschöne haare, sie sind endlos lang und etwas ein bisschen gelockt, sie lässt sie offen und puscht sie ein bisschen hoch mit den händen. ich hingegen mache mir einen dutt, ich habe keine lust mich auszubrätzeln. meine haare sind ungelättet eine katastrophe und darauf habe ich jetzt wirklich keine lust. ein bisschen eyeliner und makeup frischt mein müdes gesicht wieder auf. wir sind schon um sieben fertig und endscheiden uns jetzt schon was zu trinken, der jim beam macht sich auf den weg zu andern ganz schön bemerkbar. schon von weitem sieht und hört man die ca 10 leute die da auf der wiese sitzen, neben ihnen 3 kisten bier und unzählige schnapsflaschen. "HIIIIIIIII!" leonie rennt plötzlich los, einer aus dem haufen steht auf und geht ihr entgegen, als die beiden nah genug aneiander sind springen sie sich in die arme, es ist alex, ihr bester freund, er begrüßt mich mit einem kühlen lächeln. luca sitzt auch schon da, ich sehe wie leonie ihren blick nicht von ihm lassen kann und ihn ununterbrochen anstarrt während sie mit alex redet. alex ist abgöttisch in leonie verliebt, das hat er mir mal gestanden als er betrunken war, er hatte wahrscheinlich am nächsten tag keinen blassen schimmer mehr das er es mir erzählt hat, aber ich habe es nicht vergessen. alex fasst in seine tasche und holt eine packung kippen raus und hält sie uns hin, ich nehme dankend an, hole mein feuer aus meiner tasche und stecke sie mir an. ich sehe finn und carla die gerade dabei sind sich eine mischung fertig zu machen, ich setze mich zu ihnen, erst bemerken sie mich gar nicht. "hi!" beide heben ihre köpfe und gucken mich an "MIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIA!" brüllt carla, während sie mich zu sich zieht und mich umarmt "endlich bist du wieder unter den lebenden!" sie grinst mich an, auch finn umarmt mich "man, was hast du denn die ganze zeit gemacht? hab ja schon ewig nichts mehr von dir gehört" er streichelt mir über den rücken "ach, hatte viel stress..aber unwichtig jetzt bin ich ja wieder da" - "trink einen mit uns!" carla hält mir die flasche hin. wir trinken ein bisschen zusammen, dann schaue ich mich um "wo ist leonie?" für einen kurzen augenblick bekomme ich panik weil ich sie nicht sehe aber dann sehe ich sie. sie sitzt mit alex, der überings auch lucas bester freund ist, bei luca. sie kichert und bemerkt das ich sie anschaue "MIA! komm zu uns!" ich stehe auf und setze mich neben luca, er schaut mich an, aber argogant wie er ist sagt er kein wort nur alex hält mir nochmal seine offne kippenschachtel hin "danke" ich lächele ihn an. "aprpro kippen", wirft luca ein, "ich brauch noch welche. so wie es aussieht du auch?", er schaut mich an "ja schon.." er unterbricht mich und steht auf zieht mich hoch "na dann komm, hier in der nähe gibs einen automaten" leonie guckt mich lächelt an, sie wünscht sich das ich mich gut luca verstehe damit ich sie verstehen kann, sie weiß das ich niemals was mit einem typen anfangen würde an dem sie interessiert ist. ich gehe mit, der alkohl macht sich langsam wirklich mehr als bemerkbar, so geht es luca wohl auch. "und wo ist der automaten?", frage ich ihn um das schweigen zu brechen. "die straße rauf" ich schaue ihn mir genau an. er trägt eine dunkle hose, schwarze lederschuhe die er mit einer schleife festgemacht, ein schwarz-weiß gestreiftes top und obwohl es so warm ist eine dunkelgrüne kaptuzenjacke er hat die kaputze auf dem kopf so das nur ein kleiner teil seiner locken rausguckt. "gut sieht du aus, mia" ich bin etwas irriert und lächele ihn einfach nur an, "wirklich, das denk ich immer wenn ich dich sehe" ich weiß gar nicht was ich antworten soll als wir am ende der straße angekommen sind bleibt er stehen ich sehe mich um, und es gibt tatsächlich einen automaten, er zieht 2 schachteln und drückt mir eine in die hand "hier, ich weiß ja das dus nicht so dicke mit dem geld hast" ich weiß nicht ob mich bedanken soll, schließlich war das ja schon fast wieder ne beleidigung. ich schaue hoch, es fängt langsam an dunkel und ich nüchtern zu werden. luca bleibt plötzlich stehen, ich drehe mich zu ihm um "ist was?" er sieht mich an "nein" und geht weiter, ich finde das zwar schon ziemlich komische denke aber nicht drüber nach von weitem sieht man leonie und alex uns entgegen kommen sie winkt ich winke zurück und gehe schneller, luca bleibt in dem tempo das er voher auch gegangen ist ich bin ziemlich schnell bei leonie und luca hat einen großen abstand von uns leonie zieht mich zur ihr und flüstert "nimm alex schon mal mit zurück, ich hab da noch was zu erledigen" ich nehme alex am arm und ziehe ihn zurück zur wiese "alex, komm, wir gehen schon mal zurück!" er dreht sich zu leonie um, geht aber troztdem mit. "meinst du da läuft jetzt was?" seine stimme klingt traurig "ich weiß nicht, hoffe nicht. der typ ist ein idiot" ich setzte mich zu den andern stecke mir eine zigarette an und trinke weiter. gegen 11 uhr merke ich nur noch die hälte von dem was ich mache und wir gehen los in diesen ekelschuppen wo aber gute musik gespielt wird. ich schaue mich nach leonie um, aber dann seh ich sie sie kommt gerade wieder, luca ist auch bei ihr. aus irgendeinem grund hoffe ich noch mehr als sonst das sie nichts hatten. sie laufen der gruppe hinterher, neben mir finn der kaum noch laufen kann, er nimmt meine hand "mia, du bist toll", ich lege meinen arm und ihn und dann sind wir schon da, die musik dröhnt schon aus dem laden.

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